Kolumne: Let’s talk about… Authentizität

Nach einem guten Jahr Bloggen reflektiere ich ab und an meine bisherigen Artikel, denn am Anfang fiel mir das Schreiben alles andere als leicht. Ich hatte Schwierigkeiten beim Einstieg ins Thema oder hab mir bei den Sätzen drei Mal überlegt wie ich sie am Besten formuliere. Das hat sich mit der Zeit gelegt, weil ich mehr und mehr aus dem Bauch (bzw. dem Herzen) raus geschrieben habe – so wie mir gerade danach war und nicht wie es sich vielleicht gut anhören könnte. Eine Schreibschule, die ich umsonst bekommen habe und sich ausschließlich auf die Erfahrung, auf Zeit und jede menge Geduld mit mir selbst zurückführen lässt. Wie es sowit kam, dass ich beim erneuten Lesen eines älteren Artikels nicht mehr die Hände kopfschüttelnd vor den Kopf schlage liegt daran, dass ich mich von dem wie ich es vielleicht gerne gelesen hätte dahin entwickelt habe zu Schreiben wie es sich gut anfühlt. Mal auf die Fresse, mal emotional, mal kritisch, mal euphorisch, mal nachdenklich, mal philosophisch,… Wenn ich eines weiß seit ich blogge: Nicht jeder Tag ist gut, nicht alles ist perfekt und vollkommen, es ist mehr Sein als Schein – authentisch und nahbar.

Diese Erkenntnisse nehme ich zum Anlass um eine neuen Bereich zu eröffnen: Eine Kolumne, die all das einfängt was sich so ansammelt und Themen aufgreift, die nicht dem entsprechen was vielleicht erwartet wird, sondern das auf den Tisch packen was vielleicht keiner hören will oder die brennen, brodeln und beißen, nach dem Motto ‚Kein Blatt vor dem Mund‘ (wieso denn auch?).

Heutiges Thema: Authentizität. Was ist sie und was ist sie nicht? Synonyme zu dem Begriff sind: Echtheit, Glaubwürdigkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahrheit, Zuverlässigkeit. Also stellt sich bei allem was uns umgibt die Frage: Wieviel Wahrheit steckt darin, wie echt und wie glaubwürdig ist etwas. In einer sozialen Welt, die gefühlt von Instagram, Facebook, Whatsapp & Co. dominiert wird und in der sich die meisten hinter einer schillernden Fassade von guten Gefühlen, tollen Erlebnissen oder auch peinlichen, aber unterhaltsamen Missgeschicken und Bildern verstecken, die einem Hochglanzmagazin entsprungen sein könnten (so fordert es Social Media nun mal), kommt die Frage auf: Ist das noch authentisch? Ist es authentisch, wenn ich für ein Bild zwei Stunden brauche bis es perfekt ist? Ist es authentisch wenn dieses Bild danach noch etwaigen Bildbearbeitungsprogrammen unterzogen wird? Ist es authentisch, wenn der Moment in dem der Auslöser gedrückt wird erst noch geschaffen werden muss? Im Grunde nicht und ich mache es zeitweise auch nicht anders, aber versuche dabei nicht gekünstelt, gestellt oder unrealitisch zu wirken, sondern trotzdem meinen persönlichen Stil oder meine Persönlichkeit mit einzubringen – sei es mit der Perspektive oder meiner Liebe für Makroaufnahmen und nicht zuletzt bei den Texten. Das fehlt vielen Bildern (und manchmal auch Texten) in meinen Augen (das Beitragsbild ist ein absolutes Positivbeispiel, weil es einfach so beim Shooting mit reingerutscht ist). Sicher habe ich mich von dieser geforderten Perfektion auch etwas anstecken lassen, aber bei manchen Bildern frage ich mich – echt jetzt? Du läufst ganz spontan mit einem perfekten Outfit und glänzenden Heliumluftballons über eine Blumenwiese? Krass! Das machen 999 andere Menschen auch. Ist das tatsächlich authentisch oder kommt es beim Publikum, den Lesern und Followern einfach nur gut an? Oder ist es gar ein Trend Situationen jedweder Natürlichkeit zu berauben? Wenn ihr darauf eine Antwort habt, freue ich mich sehr auf zahlreiche Kommentare 🙂

Herzlichst ♥ Caro

Foto: Hannah ♥ Träum Weiter

3 Kommentare zu „Kolumne: Let’s talk about… Authentizität

  1. Liebe Caro,

    fast alles was du beschreibst ist nicht authentisch. Es ist ein in Szene setzen, ein ins rechte Licht rücken. Tja, ist ja aber auch menschlich, oder?

    Authentisch sein ist für mich in erster Linie ehrlich zu sich selbst zu sein. Menschen, denen ich nahe bin, kann ich inzwischen nichts mehr vormachen. Wer mich näher kennt, kann mir meine aktuelle Stimmung genau im Gesicht ablesen, da hilft es mir auch nicht, dass ich auf der Bühne in fast jede Rolle schlüpfen kann. Im wahren Leben funktioniert es bei mir nicht. Aber das freut mich, ich bin lieber gerade so motzig oder traurig, wie ich es eben gerade in dem Moment bin, als nach außen hin freundlich und ruhig und innerlich brodelnd und aufgeregt. Diese Menschen, die es schaffen nach außen hin so vermeintlich cool zu sein, halte ich für gefühlskalt und für sich selbst belügend. Sie werden sehen, wohin es sie führen wird…

    Nun gut, danke für deine neue Kolumne und das tolle Einstiegs-Thema.
    Ich bin gespannt, was du als nächstes auspacken wirst.

    Herzliche Grüße von Barbara

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Barbara,
      ganz lieben Dank für Deinen tollen und persönlichen Kommentar.
      Das ins rechte Licht rücken kann ich verstehen, unnatürliche Situationen und ‚künstliche‘ Momente gehören nicht dazu in meinen Augen – besonders nicht als Bild auf einem Social Media Profil. Ganz zu vermeiden ist das natürlich nicht.

      Deine Beschreibung von Authentizität gefällt mir sehr! Schön, dass Du das für Dich zu 100% lebst 😊

      Ganz lieben Dank nochmal & herzliche Grüße zurück ❤ Caro

      Gefällt 1 Person

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