Prag Teil I: Kurz vor sieben oder die Altstädter Astronomische Uhr

Drei Tage. 72 Stunden. Stunden, Minuten, Sekunden, die verfliegen und sich an die Zeiger hängen, sie hetzen, treiben und bewegen. Weiter bewegen. Ohne Stillstand oder Rücksicht.

Seit ich die groben Reisevorbereitungen getroffen hatte (Busfahrt und Übernachtung), fehlte nur noch eines: ein Reiseführer über Prag. Schon bei der enormen Auswahl weiche ich gefühlt einen Schritt zurück. Was möchte ich in den drei Tagen sehen? Was erleben? Was an Eindrücken mitnehmen? Das Blättern durch die einzelnen Reiseführer macht mich unsicher. Reicht die Zeit, um all das zu sehen? Welche Tour ist wohl die Beste? Und was darf ich auf keinen Fall verpassen?

HALT! STOPP! So war das nicht gedacht!!!

Ging es mir nicht um den Moment, die Atmosphäre, die Spontaneität? Sich vorher Touren zu überlegen und Pläne zu schmieden sollte nicht Bestandteil dieser Reise werden. Schließlich entscheide ich mich für einen Reiseführer, bei dem mich das Cover anspricht, reisefuehrer_prag_dumontund packe ihn dann auch tatsächlich erst bei der Hinfahrt nach Prag aus um ihn 10 Minuten später wieder in der Tasche verschwinden zu lassen. Die Touren, Sehenswürdigkeiten und unzähligen Möglichkeiten wie ich die Tage in Prag verbringen könnte erschlagen mich. Mit den Ohrstöpseln und einer Playlist sinke ich in den Sitz zurück und befreie mich von dem Gefühl, dass ich nicht genug Zeit haben könnte.

Prag: 21.04.2019, kurz vor 19 Uhr
Menschen. Überall Menschen. Ich hätte mir wohl kein besseres Wochenende als das an Ostern aussuchen können. Gerädert von einer sehr laufintensiven Tour, stehe ich an der Südmauer des Altstädter Rathauses in einer Traube von Menschen, die auf eine Uhr starren, Smartphones und Kameras über ihren Köpfen halten und in eine Richtung blicken: auf die Altstädter Astronomische Uhr. Eine Frau vor mir fragt ihren Begleiter auf Englisch: „What happens?“. Da ich selbst keine Ahnung habe, zücke ich mein Handy und google. Aha. Das passiert also. 18.56 Uhr. Mit ca. 150-200 Menschen, von denen mindestens 80 % ihr Smartphone in die Höhe halten,  stehe ich vor der Uhr und warte, natürlich auch mit dem Smartphone auf die Uhr gerichtet. Mehr zufällig als geplant, kurz vor sieben.

Die Menschenansammlung löst sich nach diesem einmaligen Erlebnis auf. Ich gehe in das nächste kleine Gässchen, planlos, zeitlos und mit der Gewissheit, dass die Zeit nur ein Konstrukt ist. Ein Konstrukt, das mit gelassener Ignoranz nicht zum Gegner, sondern zum unsichtbaren Gefährten werden kann.

Was ich auf meinem planlosen Städtetrip noch erlebt habe und wie ich zufällig in die Prague Design Week gestolpert bin, könnt ihr in den nächsten Blogartikeln über das wunderschöne & inspirierende Prag lesen 🙂

Herzlichst ♥ Caro

Enthält unbezahlte Webung.

13 Kommentare zu „Prag Teil I: Kurz vor sieben oder die Altstädter Astronomische Uhr

      1. Vor 2 Jahren stand ich in der Morgenfrühe komplett unvorbereitet ohne Hotel in São Paulo auf dem Flughafen, ohne Internet …🙈 nach dieser Reise, die allerdings super schön war und mich sehr stark gemacht hat, habe ich keine Bedenken mehr, wenn ich irgendwo unterwegs bin 😅

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      2. Der Roadsideservice hat sich binnen 3 Stunden um ein neues Auto gekümmert und ich konnte weiterfahren mit einem noch größeren und besseren Auto (das war damals auch mein Schlafzimmer 😅) ☺️ Top-Service und keine Mehrkosten – absolut perfekt! ☺️

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