Der Weg: Vorbereitung und Gedanken zum Camino Portugues | Tipps für Wanderanfänger

Die Füße sind weich von der Hirschtalgcreme, die Druckstellen an den Fersen sind mittlerweile ein dauerhafter Bestandteil meines Fußes. Es gibt keine Blasen mehr, aber eben kleine Druckstellen. Für den möglichen Regenschauer ist eine geliehene Regenhose vorgesehen. Der Regenponcho ist im Rucksack. Es scheint als wären alle Vorbereitungen getroffen. Trockene Kleidung. Weiche Füße. Keine Blasen. Einen Moment lang denke ich, dass ich an alles gedacht habe, was auf dieser Wanderung von Belang sein könnte. Einen Moment wiege ich mich in Sicherheit. Einen Moment. Nichts von den hilfreichen Vorbereitungen kann mich aber auf das vorbereiten was mich erwarten könnte. Kein Tape oder Schmerzgel und auch keine Regenhose kann mich davor bewahren was beim Gehen an die Oberfläche gelangen könnte. Auf dem Weg: dem Camino Portugues. Beim Gehen. Vollkommen bei mir. All das was kommen könnte wartet auf den unachtsamen Moment, in dem ich alles ablege, was mich scheinbar und vielleicht schützt. Nichts kann mich in dem Moment (be)schützen, auch keine Regenhose oder die wochenlange Vorbereitung auf diese lange Wanderung. Ob ich das möchte oder nicht.
Aber eines ist klar: Ich kann nicht darüber hinweg gehen.
Mit einer Hand fahre ich an den weichen Sohlen meiner Füße entlang, während mich das Gefühl überkommt, dass ich alles andere als vorbereitet bin – trotz Regenhose, trotz wochenlangem Laufen in den Wanderschuhen, trotz der Fußcreme und dem Tape in der Tasche.

Das sind die Momente, in denen ich merke, dass alle Vorbereitung nur verhindern kann, dass ich Blasen bekomme und durchnässt von einer Station zur anderen gelange. Was sonst auf mich wartet, weiß ich nicht und das macht es so unheimlich spannend, dass ich schon wieder Vorfreude empfinde – egal was passieren mag.

Anbei ein paar persönliche Tipps für alle Wanderbegeisterten

  1. Wanderschuhe
    Vorüberlegungen: Welche Jahreszeit? Wasserdicht oder aus Leder? Welcher Untergrund beim Wandern? Lass Dich hierzu im Laden beraten und probiere unterschiedliche Modelle an. Laufe ein wenig in Deinen Favoriten. Manche Läden haben hierfür extra Brücken oder steinige Untergründe zum Testen. Fragen, die Du dir stellen kannst: Welcher fühlt sich auf Anhieb gut am Fuß an? Welcher drückt schon nach ein paar Minuten? Nicht jeder Fuß ist gleich, sodass Du auch für Deinen das passende Paar finden darfst.
  2. Laufen
    Laufe Deine Wanderschuhe Stück für Stück und mit immer längeren Touren ein: Zu Hause, auf dem Weg ins Büro, beim Spazierengehen mit einer Freundin, Halbtagestour. Wenn Du deine Schuhe bei der ersten Wanderung über eine längere Strecke trägst, können Blasen auftreten. Zeit und Geduld hilft da, genauso wie die möglichen Problemstellen schon vorher oder bei der ersten leicht schmerzenden Druckstelle mit Tape abzukleben. Ich hatte selbst nach jeder Tour am Anfang Blasen an den Füßen und war kurz davor die Schuhe zu wechseln. Es hat schließlich aufgehört und nun sind es maximal Druckstellen. Hier ist aber jeder Schuh und Fall unterschiedlich.
  3. Hirschtalgcreme
    Die Creme macht die Füße geschmeidig und weniger anfällig für Blasen. Mit dem Eincremen kannst Du schon einige Wochen vorher anfangen. Ein Mal täglich, am besten vor dem Laufen, reicht.
  4. Ausrüstung
    Überlege Dir genau was Du in Deinen Wanderrucksack einpackst. Zu viel Gepäck ist auf Dauer schmerzhaft. Ca. 10% Deines Körpergewichtes sollten in den Rucksack inklusive Wasser (1-3 Liter je nach Länge des Wanderwegs).
  5. Rucksack
    Probiere unterschiedliche Rucksäcke an und lass Deinen Körper bzw. Rücken entscheiden welcher am besten passt. Gehe ein paar Runden im Laden und lass Dich beim Einstellen des Rucksacks beraten. Von Onlinekäufen würde ich persönlich wie bei Wanderschuhen abraten.
  6. Google
    Was Du nicht weißt und was Du auch hier bei den Tipps finden kannst, google. Es gibt viele Blogs, Magazine oder auch Outdoor Onlineshops, die tolle Tipps zum Thema Wandern, Blasen, Routen, Wanderschuhe, Ausrüstung & Co. haben:
    hillwalktours
    trekkinglife
    wander-pfade

Auf das was Du nicht vorbereitet bist und auch nicht vorbereitet sein kannst, ist das was bei der Wanderung, beim Gehen alleine weit weg von zu Hause, passiert. Dazu mehr in einem folgenden Blogartikel mit Gedanken, Fragen und höchstwahrscheinlich ohne Antworten.

Herzlich ♥ Caro

Foto: Naturreservat Divoka Sarka, Prag, Tschechien

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