Der Natur so nah… auf Knien | Fotografie

Sonntag. Der Blick auf die Uhr neben meinem Bett lässt mich wissen, dass der Tag im Grunde schon halb vorbei ist. Zum Teufel mit der Uhrzeit. Es ist Sonntag. Kaffee und Kamera machen den Rest.

Ich habe lange nach einem Ort gesucht an dem ich vollkommen zur Ruhe komme und mich nichts, rein gar nichts, aus dieser wieder rausreißen kann. So bin ich in der Natur gelandet – ohne Yogamatte unter dem Arm, ohne Meditation und halbem Lotussitz (ganz bekomme ich ihn nicht hin). Nur die Kamera und der Wald.

Auch wenn sich sonntags in dem Wald um die Ecke Menschen tümmeln. Sie nutzen den Sonntag für einen Spaziergang, Familienausflüge oder die große Runde mit dem Hund und die Ruhe mit dem Vogelgezwitscher wird durch menschliche Geräusche wie die Räder eines Fahrrads auf dem noch feuchten Waldboden, Kindergeschrei oder angeregte Gespräche durchbrochen. Trotz alle dem bin ich die Ruhe selbst und lasse mich von den Pfützen am Boden inspirieren, wofür ich auch mal auf die Knie gehe um das Bild so hinzubekommen wie ich es mir vorstelle.

Was mich an den Pfützen genau inspiriert und fasziniert hat?

Wenn man den Kontext weglässt entsteht ein vollkommen neuer Eindruck und eine ganz andere Perspektive auf die Natur, fast wie ein verkehrtes Gemälde, bei dem die Farben am Rand den Inhalt gekonnt einrahmen oder unruhige Stellen im Wasser das sonst klare Bild wie ein Stilmittel durchbrechen.
Die Natur ist da, sie ist nah, fast greifbar und doch nur eine Spiegelung dessen was sich tatsächlich um uns herum befindet.

Fährt jetzt jemand mit dem Fahrrad durch die Pfütze ist das Bild verschwommen, fast komplett verschwunden ähnlich wie die Zeit an einem schönen, sonnigen Sonntag.

Ein freier Tag: Von großen Hüten und Pusteblumen | Fotografie

Ein freier Tag. Ein Tag voller Möglichkeiten. Für viele Menschen eine angenehme Abwechslung zum Alltag. Ein Stück Freiheit fernab von allem. Freiheit alles unternehmen zu können: Ausschlafen, sich vom Bett auf die Couch begeben, Filme schauen, in die Therme oder spazieren gehen, zur Ruhe kommen, entspannen, die Seele baumeln lassen, schlemmen und den Tag genießen. Es ist ein freier Tag. Ohne Verpflichtungen. Ohne Ziel. Ohne Zeit.

Für mich ist ein freier Tag mehr als das. Ich würde jeden freien Tag, wie auch schon fast alle Tage unter der Woche, gerne in persönlich kompatible Aktivitätseinheiten (Zeiteinheiten funktionieren nicht) einteilen und diese gerne unter einen Hut bringen. Aber bitte einen ganz großen, mit breiter Krempe unter der sich Falten bilden können für noch mehr Luft für all das was am Rande angedacht dann doch noch Platz findet. Dieser Hut passt auf keinen Kopf und würde beim ersten Windstoß weggeblasen. Mit Leichtigkeit. Ohne Mühe. Ohne eine Möglichkeit ihn festzuhalten.

Wenn der Hut etwas kleiner ausfällt, sind Entscheidungen relevant. Am besten Bauchentscheidungen mit einer Brise Fragen: Was habe ich länger nicht gemacht? Scheint die Sonne? Ist mir nach daheim im Bett kuscheln oder Rausgehen? Wo ist die Kamera? Ist der Akku geladen? Speicherkarte! Und dann gehen. Gehen ist immer eine gute Entscheidung, auch am ersten Mai, wenn alle Menschen das Spazieren gehen plötzlich wieder für sich zu entdecken scheinen. Auch dann ist Gehen eine Option. Mit Kamera. Ohne Ziel. Ohne Zeit. Ohne ein Motiv im Kopf, was unbedingt fotografiert werden muss. Der Weg. Die Natur. Die Pusteblumen. Auch die, bei denen ein paar von den Samen fehlen. Es sind trotzdem Pusteblumen.

Das ist der Moment. Alles andere ist in diesem Augenblick ganz klein und passt unter einen Fingerhut. Einen ganz kleinen. Alles was zählt ist der Gedanke zu der Pusteblume mit fehlenden Samen, die in ihrer Unvollkommenheit so vollkommen scheint. Im Nachhinein, so vollkommen wie der freie Tag.

Ein kleiner Schritt: Von Nebel und Sonne | Fotografie

Es ist Morgen. der Zeiger der Uhr bewegt sich zwischen den Zahlen. Langsam wandert er auf acht Uhr. Draußen ist es nebelig und der Tag beginnt seinen Lauf. Neun Uhr. Der Nebel bleibt. Fein säuberlich gepackt steht der Rucksack da, eine Literflasche klemmt an der Seite. Innen drin Gewicht, nichts Besonderes, nur Schwere. Die Tür schließt von außen. Ein Schritt vor den anderen setzend mit dem Gewicht auf dem Rücken laufe ich los. Einen gewohnten Weg. Schritt für Schritt mit nur einem Ziel. Gehen. Laufen. Ein Fuß vor den anderen und wieder vor den nächsten. Gedankenlos, frei, ohne Fokus. Der Weg entlang des Flusses, wo der Frühling den Nebel küsst, ganz sacht und leise. Niemand ist da. Außer ich.

Ich gehe weiter. Unzählige Schritte später. Die Sonne. Sie lacht durch die Baumstämme auf den Weg vor mir. Als wäre sie schon immer da gewesen. Lacht mir ins Gesicht und zaubert mir ganz natürlich ein Lächeln auf die Lippen.

Während ich die Sonne in mir aufsauge, die Augen schließe und ganz bei mir bin, verliere ich mich in Gedanken und merke wie ich loslasse. Was auch immer, wie schwer das Gewicht auf meinem Rücken auch ist, ich lasse los. Es geht nicht um die Schwere auf meinen Schulter, nicht um den Hüftgurt, der auf die Naht meiner Kleidung drückt und Druckstellen verursacht, nicht um den Wanderschuh, der an der linken Ferse Blasen hervorruft. Es geht um den Weg. Es geht um das Laufen. Es geht um den Moment.

Es geht um den Moment auf den Nebel zu blicken, der einen guten Blick, ein Detail oder den Fokus in der Weite nicht zulässt und dabei zu merken, dass der Nebel in der Ferne nicht weiter von Bedeutung ist. Er ist da, ob wir es manchmal möchten oder nicht. Sich dennoch auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, vielleicht auch auf das Gewicht, das die Schultern ein wenig schmerzen lässt, vielleicht auch nur auf den einen richtigen Schritt vorwärts, kann einem bewusst machen, dass man die Sonne, die alles erhellt nicht im Nebel, sondern ausschließlich bei sich selbst zu finden ist. Bei den Füßen, im Lächeln und in sich.

Vom Nebel zur Sonne ist es manchmal nur ein kleiner Schritt.

Abendspaziergang: Schnappschuss oder dieser eine Moment | Fotografie

Der Weg nach Hause von der Arbeit. Insgesamt 4,9 km. Knapp 50 Minuten. Der Weg am Fluss entlang, etwa 15 Minuten des kompletten Weges, auf Beton mit grün rechts und links. Das Sonnenlicht bricht zur Abendstunde durch die Zweige über das Wasser bis hin zur Linse und direkt in mich hinein. Ich sauge es auf wie ein Schwamm. Der Frühling zeigt sein Gesicht und ich komme nicht umhin mich zu fragen: Kann nicht alles ein wenig wie der Frühling sein? Diese wunderbare Zeit, wenn alles ein Stückchen heller und sonniger wird. Wenn sich das Gemüt von der kalten und teils bedrückenden Winterzeit loslöst und sich in ein neues Kleid verwandelt, das mit Leben, Energie und Inspiration geschmückt ist, welches sich umgehend und mit all seinen Fasern und mannigfaltigen Facetten um einen herum legt wie eine zweite Haut. Wenn der Alltag schwindet und sich ein wunderbares Gefühl der Leichtigkeit und Freiheit breit macht wie eine große Kelle mit Eierkuchenteig in einer Pfanne mit Öl.

Wenn sich einem die Natur in ihrer zutiefst natürlichen Schönheit offenbart und es nichts weiter kostet als für einen Moment inne zu halten und diesen Augenblick zu genießen. Wenn man die Möglichkeit besitzt das zu sehen, sich dessen bewusst wird und realisiert, dass man sich ausschließlich dieser Schönheit hingibt.

In dieser kurzen Sekunde.
In diesem wunderbaren Augenblick.
In diesem einen Moment.

Leben & Alltag: Wie eine Seifenblase am Himmel…

Ich sitze am Tisch, im Hintergrund kommt ein wunderbar schnulziges Lied und ich frage mich ein Mal mehr warum ich blogge. Die einfache Antwort wäre „…weil ich es liebe“. Doch was genau liebe ich daran? Was sind die wunderschönen Momente und Augenblicke, die ich so sehr schätze, dass ich mich fern von Arbeit, Alltag & Co. noch an den Laptop verfrachte? Vielleicht das Gefühl genau in dem Moment befreit zu sein von genau all dem. Vielleicht weil ich es auf eine verdrehte und nicht nachvollziehbare Weise als ein Bestandteil meines Lebens und nicht als Arbeit sondern Freizeit betrachte. Vielleicht weil ich es wie eine große Seifenblase betrachte, die sich am Himmel befindet, durch die das Licht bricht und ich diesen Moment erlebe und seine Schönheit teile, weil ich im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt habe. Vielleicht ist es aber genau der eine Moment in dem ich anfange darüber zu schreiben.

Vielleicht.

Vielleicht ist es wie das Leben an und für sich, das wir hier und da in eine Blase hüllen möchten, die jegliche Farben offenbart und alles Schöne inne hat, das wir so sehr schätzen – ein Raum in dem alles möglich und nichts unmöglich erscheint. Vielleicht ist es ein Weg. Und da geht jeder seinen eigenen. Ab und an eben in einer großen Seifenblase am Himmel.

Und was passiert wenn sie platzt?

Dann bleiben Tropfen die ganz weich fallen und uns vielleicht einen noch besseren Blick ermöglichen, über die Seifenblase, Tropfen und den Himmel hinweg in das was wir außerdem noch sehen und genießen dürfen, was die Blase um wertvollen und inspirierenden Raum erweitert und sie schließlich Stück für Stück metaphorisch vergrößert. Wie schön doch Seifenblasen am Himmel (zum Fotografieren) sein können…

Was ist Deine Seifenblase?

Kreativität: Die Sicht auf die Dinge oder ein Glas mit Wasser | Fotografie

Was ist Kreativität? Was macht sie aus? Und wo kommt sie her?

Als ein Mensch, der sich als mal mehr und mal weniger kreativ bezeichnen würde, kann ich dennoch keine genaue oder wörterbuchgerechte Antwort darauf geben und versuche es auf dem Weg, der mir am nahbarsten und nachvollziehbarsten erscheint: Aus dem Moment heraus – praktisch und ohne komplizierte Definitionen oder inhaltsleere, schön klingende Worte wie innovativ, originell und einfallsreich.

Es ist ein Abend wie ich ihn gerne gestalte, wenn ich Zeit habe: ich sitze am Blog arbeite an einem Artikel und schreibe, bearbeite Bilder und genieße die Ruhe. Auch wenn ich mich von Natur aus nicht als introvertiert bezeichnen würde, merke ich hier und da und manchmal öfter als es mir wahrscheinlich bewusst ist, dass ich es dennoch bin, vielleicht sogar zu 50% oder sogar mehr. Schreibend und gefangen in den Worten die meine Finger mit der Tastatur formen, blicke ich zu dem Wasserglas neben mir (ein altes Honigglas gefüllt mit Leitungswasser) und habe den Artikel über einfache Gläser im Kopf, den ich mal schreiben wollte. Mit dem Gedanken im Hinterkopf bemerke ich die Spiegelungen und das Licht, dass sich in dem Glas bricht und lasse mich davon einfangen, greife zu meiner Kamera, die griffbereit auf dem Tisch liegt, unterbreche den Artikel und fange an zu fotografieren – zunächst leicht unterschiedliche Perspektiven bis ich die richtige gefunden habe.

Danach widme ich mich wieder meinem Artikel und schreibe ihn zu Ende. Anderthalb Wochen später gehe ich die Aufnahmen von dem Wasserglas durch und habe schon halb ein Thema im Kopf, lasse es aber noch ein wenig reifen. Und nun sitze ich hier, schreibe über die Faszination von Spiegelungen und Licht in einem Wasserglas. Ist das schon kreativ? Ich weiß es nicht. Wer misst Kreativität und gibt es Indikatoren dafür? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht kann ich es besser in Grautönen und nach ein wenig Retusche beurteilen?

Aus.
Die Musik ist aus.
Die Musik ist ohne Töne.
Die Welt erscheint in Grautönen.
Nicht hörbar, nicht sichtbar, weit weg.
Irgendwo leuchtet ein gleißendes Licht.
Es ist in der Ferne, nicht weit weg.
Ich kann es nicht gut erkennen.
Es summt ein leises Lied.
Töne erklingen.
Wie Musik.
Licht.
An.

Aus einem halben Herzen.

Vielleicht braucht Kreativität Worte, vielleicht ein Gefühl, vielleicht eine andere unscheinbare und nicht offensichtliche Sicht auf die Dinge. Vielleicht braucht sie ein Glas mit Wasser. Vielleicht.

Was ist in Deinen Augen Kreativität?




Fotografie: Von schöner Vergesslichkeit oder der Sonne, die eine Blüte küsst…

Meinen Samstag hatte ich schon zwischen Netflix und den nötigen to dos verbracht, weshalb ich mir für Sonntag vorgenommen hatte endlich mal wieder die Kamera zu schnappen und nach draußen in den Wald zu gehen. Es ist Sonntagmittag und ich lade den Akku meiner Kamera. Vorsorglich. Damit ich beim Spaziergang nachmittags ganz viele Bilder schießen und der Spaziergang zu einer Symbiose zwischen frischer Luft, Fotografie und dem Träumen zwischen den Ästen im Wald werden kann. Kaum habe ich das Haus verlassen und befinde mich an der ersten schönen Stelle im Wald (ein Baumstamm auf dem sich ein Rest Schnee oder Frost zum Schlafen abgelegt hat, dahinter die Kahlheit des Waldes – ohne Blätter – einzig nackte Äste und Bäume, die die Kälte der Natur widerspiegeln), leuchtet das Display der Kamera beim Anschalten nicht auf. Ich gehe im Kopf nochmal fünfzehn Minuten zurück. Fuck! Der Akku liegt auf meinem Schreibtisch. Da diese Vergesslichkeit mir nicht den schönen Spaziergang vermiesen, sondern nunmehr versüßen soll, gehe ich eine große Runde durch den Wald. In der Kälte, die sich durch meine Leggins und Stulpen bohrt, genieße ich die Nacktheit der Bäume, den harten erdigen Boden, die Natur in seiner vollen winterlichen Pracht (wenn auch ohne den dekorativen Schnee) und atme die kalte Luft in Strömen ein. Gehe Schritt für Schritt vorwärts und verliere mich in dieser kühlen und vertrauten Atmosphäre.

Wieder daheim angekommen lege ich den Akku in die Kamera, denn ich hatte schon länger nicht mehr draußen fotografiert und gehe zu der Brücke in einer Seitenstraße bei mir um die Ecke. Die Sonne steht weit unten, aber nicht zu weit und nach ein paar Schüssen, setze ich mich im Schneidersitz vor diese Pflanze (ich kenne die genaue Bezeichnung von ihr nicht) und fange an durch ihre ‚Blüte‘ gegen die Sonne zu fotografieren. Das war wieder einer dieser Momente, die ich unheimlich schätze und bei der ich meine Vergesslichkeit nicht verfluche, sondern mag, denn ohne sie hätte ich diesen ergreifenden und wunderbaren Moment nie festhalten können, bei dem die Sonne diese Blüte küsst.

Highlight (das ich unheimlich gefeiert habe): Ein kleiner Junge fragte seine Mama: „Mama, was macht die Frau da?“ (Ich im Schneidersitz vor einem Absperrzaun mit der Linse zur Sonne) – „Schatz, sie fotografiert.“

Augenblick mal: Was ist Zeit und wo ist das Gefühl? | Leben & Fotografie

Das Bild für den Beitrag hatte ich gestern schon rausgesucht (es ist eines von meinem alten Blog – so viel zum Thema Zeit), aber konnte meine Gedanken zum Thema Zeit, auch wenn der Artikel damals auch um das Thema Zeit ging, nicht festhalten. Ich habe wohl noch Zeit gebraucht, alleine daheim, an meinem Küchentisch, mit dem Blick auf meine Kamera, die mich vorwurfsvoll anschaut, weil sie schon lange nicht mehr draußen in der Natur war. Dabei fühlst sie sich dort sehr wohl – und ich mich auch. Diesen Weg zum Wald, den ich so sehr liebe, habe ich schon länger nicht mehr gemacht – Vorweihnachtsstress, Weihnachsstress, Silvester und dann das neue Jahr scheinbar voller Möglichkeiten. Das neue Jahr mit seinen Möglichkeiten? Neuen Möglichkeiten? Im Ernst, dass ist in meinen Augen kompletter Bullshit. Warum braucht man einen ersten Januar um etwas neues zu beginnen, etwas neues zu erleben oder auch etwas neues an sich entdecken zu wollen. Die beyourbestself-Industrie wirbt um diese Zeit wahrscheinlich besonders mit Wegen, die man gehen kann, um sich ein schönes neues Jahr zu bescheren, das meist schon in der dritten Januarwoche vergessen ist. Und was passiert dann? Wir kehren in alte Gewohnheiten und Muster zurück, die mit unseren guten Vorsätzen rein gar nichts mehr gemein haben. Nicht dass ich grundsätzlich gegen eine beyourbestself-Bewegung bin, aber setze es doch um, wenn Dir danach ist und nicht weil der 1.1. vor der Tür steht und Du bis dahin zwanghaft versuchst herauszufinden was Du ändern möchtest und vielleicht eher halbherzig zu semi-erfüllbaren Vorsätzen greifst, bei denen es Dich schon im Februar ärgert, dass Du sie nicht erfüllen konntest. Wieso nimmst Du dir dafür nicht Zeit (der 17. Juli oder der 28. September sind genau so ein Datum wie der 1.1)? So viel zu dem Thema Vorsätze, das ich unbedingt unterbringen wollte und mir wohl die Zeit fehlte, das auf eine schöne Art und Weise umzusetzen. Aber wie setzt man Wahrheit oder eine Meinung am Rande schon schön um? Genau.

Um nun doch zum Thema Zeit zurückzukehren: Zeit ist ein kostbares Gut, dass sich schwer in Worte fassen lässt. Zeit ist manchmal nur die Beobachtung, dass der Regen in Tropfen auf die Erde fällt und sie aufweicht, Zeit sind die Augenblicke, die morgens verstreichen während der Kaffee aufbrüht, Zeit sind Momente zwischen Himmel und Erde, die so unfassbar schön sind, dass Du sie festhalten möchtest. Zeit ist alles und nichts. Zeit festhalten ist unheimlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich (denn sie vergeht, trotz dass Du in dem Moment verharrst, ihn genießt und Du ihn von Herzen gerne festhalten würdest – der Moment geht dennoch vorbei). Einen Moment erneut genauso zu erleben wie einen anderen zuvor ist definitiv unmöglich, schon allein weil Du in einer anderen Stimmung bist, neue Erfahrungen dazugekommen sind, Du vielleicht sogar insgesamt eine neue Sichtweise auf das Leben eingenommen hast und Dir aufgrund dessen andere Gedanken als zuvor in den Sinn kommen. Zeit ist deshalb einerseits ein unheimlich schönes Geschenk, andererseits prägt einen Menschen das Vergehen von ihr, von Momenten und Augenblicken, die sich im Nichts auflösen und zu verpiffen scheinen – die Kunst besteht darin sie in jeglicher Hinsicht, den Moment und den kleinsten Augenblick, zu schätzen oder schätzen zu lernen (denn er ist vergänglich). So wie dieser wunderbare Moment vor einem guten Jahr als ich mit herzlichster Freude dieses Foto von der Uhr gemacht habe, womit ich für mich einen Moment festhalten konnte, denn ich erinnere mich wie gestern an das Gefühl vollkommener Zufriedenheit und Glück, dieses Ausprobieren von Winkeln und Bildaufteilung zwischen der Detailtreue, die an dem Ziffernblatt hängt. Also kann ich doch ein wenig – vielleicht nicht die Zeit – aber ein Gefühl festhalten: in schwarz/weiß auf einer Holzkiste mit einem weißen Ziffernblatt.

Welche Momente/Zeit schätzt Du sehr?

Frühstück: Ein einfaches Brötchen vor der Linse

Es war an einem Sonntag. Der Blick in den Kühlschrank sagt mir, dass ich noch mal hätte einkaufen gehen müssen, um mir ein vielseitiges und leckeres Frühstück zuzubereiten. Genügsam greife ich nach den Eiern und dem Käse, der Weg zum Bäcker ist nicht weit. Ich improvisiere und koche weiche Eier ab (fünfeinhalb Minuten in kochendem Wasser), stelle den Ofen an und stelle den Käse bereit. Die Eier sind fertig und ich schneide Scheibe für Scheibe auf die Brötchenhälften, Käse drüber und in den Ofen (5 Minuten bei 200°C). Fertig. Nach dem ersten Bissen wandert mein Blick zur Kamera. Spontan schießt es mir in den Kopf: Das möchte ich fotografieren, auf meinem Lieblingsstuhl. So wird mein Frühstück zum Model und ich genieße die Ruhe, wie jedes Mal, wenn ich meine Kamera in der Hand habe. Ich vergesse den leeren Kühlschrank, begnüge mich mit dem Bissen Brötchen im Mund und fotografiere. Ohne Schnick-Schnack, ohne Deko, ungestellt. Als ich mit dem Fotografieren fertig bin, gehe ich mit dem Teller zurück in mein Bett, kuschel mich ein und genieße das restliche und äußerst leckere Brötchen. Wie aus einer Not heraus ein Blogbeitrag werden kann, finde ich immer wieder wunderbar und am Ende hatte ich schließlich viel mehr davon als nur ein Frühstück.

Zutaten

zwei weich gekochte Eier
geriebener Käse
ein Brötchen

Randnotiz
Denn Beitrag wollte ich ursprünglich schon eine Woche eher schreiben, doch leider hat es mich mit einer fetten Erkältung erwischt, die nun langsam abklingt. Zudem habe ich zu meinem Job noch einen Nebenjob angefangen und bin zeitlich etwas mehr eingespannt. Zeit ist kostbar und die Einteilung davon eine Kunst für sich. Trotzdem nehme ich mir liebend gerne die Zeit, um meinen Blog mit Beiträgen, Bildern, Gedanken und Inspiration zu füllen, denn das soll der Blog für mich nach wie vor sein: Ein Ort der Ruhe, der Entfaltung und ein Ort für Leser, die sich gerne etwas aus meinen Worten und Gedanken mitnehmen.

Herzlichst und einen guten Appetit ♥ Caro

Fotografie: Zwischen Leidenschaft, guter Laune und Schweißperlen

Es ist so heiß, dass ich am liebsten meine Kleider ausziehen und duschen würde. Die Hitze steigt einem in den letzten Tagen nicht nur zu Kopf, sondern drückt auch etwas auf die Stimmung, etwas matt, langsamer als sonst und definitiv maximal am Lächeln (Lachen kostet Energie und bringt den Schweiß zum laufen), liege ich auch jetzt eher semi-motiviert im Bett und schreibe. Jede Taste drücken bedeutet Bewegung und könnte eine weitere Schweißperle dazu veranlassen sich, durch das entlang gleiten an meinem Körper, bemerkbar zu machen. Ich gebe es zu: Ich war etwas faul und habe den Beitrag für heute im wahrsten Sinne des Wortes verschwitzt. Ein Zitat reicht doch auch mal oder eine kleine schlaue Randnotiz? Wofür habe ich denn die Randnotizen? Um mal eben kurz eine Hand voll Gedanken festzuhalten, die ich mag. Und Zitate bzw. Sprüche sind immer schön (auf meinem Smartphone horte ich davon knapp 200 – manche in Kombination mit einem Bild und alle auf eine schöne Weise viel- und gleichzeitig auch mal  – je nach Stimmung und Laune – nichtssagend). Ein Zitat. Ein Zitat zum Thema Fotografie. Google weiß alles! Google sucht ‚Fotografie Zitate‘, die 30 schönsten/die 70 tollsten/die 50 wertvollsten und wichtigsten Zitate zum Thema Fotografie. Eines finde ich als leidenschaftliche Hobbyfotografin ganz ok (ok ist nicht gut, aber immerhin in Ordnung!):

Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre. – Robert Bresson

Je öfter ich es lese, desto besser finde ich es. Dennoch würde ich es sehr gerne mit eigenen Worten auf den Punkt bringen. Es wird nicht kühler und mein Kopf läuft auf Hochtouren und wenn nicht durch die Bewegung der Finger der Schweiß ausbricht, dann durch das Hirnen über schöne Worte, die meine Leidenschaft zur Fotografie gut beschreiben. Die beschreiben können, welche positive Energie und gute Laune ich bekomme, wenn ich meine Kamera in der Hand habe (von dem Lächeln mal ganz abgesehen), die beschreiben können welches wohlige und unbeschreiblich schöne, gänsehautartige Gefühl mich überkommt, wenn ich mit der Kamera anfange zu fotografieren und mir schöne Fotografien gelingen. Worte die beschreiben, was ich fühle während ich fotografiere und die festhalten können mit welcher Leidenschaft und mit welchem Herzblut ich diesem Hobby nachgehe. Bilder sagen für gewöhnlich mehr als Worte:
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Sich für eine Fotografie in die unmöglichsten Positionen zu begeben oder vollkommen neue Techniken und Perspektiven auszuprobieren sind nur die Sahne auf dem Kuchen. Dieser Genuss, die Freude und gute Laune, die mich automatisch einholen, wenn ich den Auslöser der Kamera höre und anfange die Position zu wechseln, zu zoomen, bei Portraits oder Ganzkörperfotografien Anweisungen zu geben oder selbst welche zu erhalten und dadurch dazu zu lernen. All das sollen Worte ausdrücken können? Wenn ich die passenden Worte gefunden habe, bekommt ihr ein Zitat „Über Fotografie…“. Versprochen! Und solange kann ich nur sagen: Schweißperlen sind trotz guter Laune manchmal nervig!

Wie das Ergebnis aussieht, wenn ich meiner Fotografieleidenschaft nachgehe, kannst Du hier entdecken: What do I know – Hannah von Träum Weiter.

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Habt einen ganz angenehmen, entspannten und schweißperlenfreien Tag ♥

Fotostrecke: Hannah von Träum Weiter